Vielseitigkeit: Das richtige Tempo

Vielseitigkeit: Das richtige Tempo

Nina Dörr mit ihrem Gelände-unerfahrenen Ersatzpferd Cabernet.

Apropos Distanz: „Es gibt keine falsche Distanz, sondern nur das falsche Tempo“, ist das Motto von Vielseitigkeits-Altmeister Bruno Six, der nicht nur mit viel Witz und Charme durch den ganzen Tag führte, sondern in seiner Lehrstunde auch drei Reiterinnen über feste Hindernisse schickte. Bruno Six führte die Reiterinnen erst langsam an die festen Sprünge heran – mit Fängen, Vorlegstange und aus dem Trab –, und forderte sie am Ende der Stunde mit einer knackigen Linienführung im Galopp, die es in sich hatte: Es ging über drei schräge Sprünge.

Dabei hätten die Pferd-Reiter-Paare unterschiedlicher nicht sein können. Als Profi zeigte Sophie Grieger mit dem Schwaigangerer Hengst Costakovich, wie Geländereiten in Perfektion aussieht. Mit dabei war auch BAYERNS PFERDE-Championesse Nina Dörr, die das Pferd einer Freundin gesattelt hatte, das noch wenig Erfahrung mit festen Hindernissen hatte. Aber: „Bruno hat alles so schön erklärt und war vor, am und nach dem Sprung immer bei mir. Ich war total erstaunt, wie gut das Springen mit dem unerfahrenen Pferd dank seiner Tipps geklappt hat. Über den hohen Sprung mit der Bürste wäre ich allein niemals drüber gesprungen! Und auch die drei schrägen Sprünge hintereinander – ohne Bruno wäre es nicht machbar gewesen, in so kurzer Zeit mit einem Ersatzpferd so ein gutes Team zu werden. Danke, danke, danke!“

Zum Thema „Tempo“ zeigte dann Moses, geritten von der erst dreizehnjährige Carlotta Reisacher, was in so einem Pony alles steckt – er war mit Abstand am flottesten unterwegs und das Publikum hielt die Luft an. Doch die amtierende Schwäbische Vizemeisterin, welche für diese Saison die Bayerischen Meisterschaften anvisiert, hatte ihren Moses schnell wieder im Griff und überwand die festen Hindernisse mindestens genauso couragiert wie die Großen. Hut ab!